20.09.2024: Fairer Handel wirkt – eine Erfolgsgeschichte aus Mexiko
Der EZA-Kaffee ORGÁNICO war der erste bio-faire Kaffee, der 1988 in Österreich auf den Markt kam. Seither ist er der beliebteste EZA-Kaffee. 2024 folgte der FAIRIOSO, die erste Robusta-Arabica-Mischung der EZA.
Beide haben eines gemeinsam: Die wertvollen Kaffeebohnen stammen u. a. von der Kleinbauerngenossenschaft ISMAM im Süden Mexikos. Damals wie heute geht es ihren Mitgliedern um ein Leben in Würde, einen achtsamen Umgang mit der Natur, die hohe Qualität und das Bewältigen vielfältiger Herausforderungen mit Unterstützung des Fairen Handels.
(Köstendorf, 20.9.2024) Der niedrige Kaffeepreis, die Übermacht der Zwischenhändler:innen, die Verschuldung der Bauernfamilien, desolate Häuser,… die schwierigen Lebensumstände indigener Kleinbauernfamilien im mexikanischen Süden führen Anfang der 1980er Jahre dazu, dass diese sich zusammentun, um ihren Kaffee gemeinsam zu vermarkten. Sie beschließen, auf den Einsatz von Chemie völlig zu verzichten. Damit beginnt die Geschichte des Kaffee Orgánico.
Seither ist viel passiert: Weitere Genossenschaften – vor allem indigener Kleinproduzent:innen – haben sich zusammengeschlossen, um ihren Kaffee organisch-biologisch anzubauen und direkt zu vermarkten. Sie profitieren von langjährigen und fairen Handelsbeziehungen und erzielen höhere Preise und Prämien für ihr hochwertiges Produkt. Die Kooperativen stärken ihre Mitglieder nicht nur bei der Vermarktung ihres Rohkaffees. Sie bilden sie im Bio-Landbau aus und unterstützen sie dabei, ihre kleinflächige Landwirtschaft an den Klimawandel, der immer deutlichere Spuren hinterlässt, anzupassen. Das hat unmittelbare Auswirkungen: „Wir sind gesund. Das, was wir essen, ist gesund. Und wir verkaufen ein sauberes Produkt. Das ist doch auch, was ihr wollt: einen sauberen Kaffee,“ stellt Juan Vásquez Lopez von der Genossenschaft Yaxcoffee in Chiapas fest.
Ein gutes Produkt ist die Voraussetzung für einen guten Preis und höhere Einkommen für die Produzent:innen. Darüber hinaus haben die Mitglieder von ISMAM in vielerlei Hinsicht profitiert. Pedro René Gálvez Roblero fasst es zusammen: „Die Tatsache organisiert zu sein, ist für uns Campesinos (= Kleinbauern und -bäuerinnen) eine ganz wesentliche, denn der Bauernstand hatte bei uns in Mexiko kaum etwas von der Regierung zu erwarten. Aber durch unsere Organisation konnten wir viel erreichen: Wir haben uns bei der Regierung Gehör verschafft, fordern unsere Rechte ein und haben unsere konkrete Lebenssituation verbessern können. Wir haben jetzt Zugang zu Bildung und Gesundheit. Das alles haben wir uns mit eigenen Kräften und durch unsere Organisation erkämpft!“
Eines der größten Probleme ist der Klimawandel. Heuer war es in Chiapas zu lange trocken. Der Regen kam zu spät, dafür aber umso heftiger. Bereits im Juli suchte der erste Hurrikan der Saison die Region im Süden des Landes heim. Ein Phänomen, das normalerweise erst viel später im Jahr auftritt. ISMAM und seine Mitglieder waren unmittelbar betroffen. Die sich ändernden Klima- und Anbaubedingungen erfordern ständige Investitionen und Anpassungen. Aber auch der Kaffeeanbau ändert sich. Kaffee ist eine sensible Pflanze. Arabica-Sorten (Hochlandkaffee) gedeihen in niedrigeren Lagen schon heute nicht mehr. Eine Alternative für Produzent:innen in tieferen Lagen sind Robusta-Sorten. ISMAM unterstützt betroffene Mitglieder bei der Umstellung, damit sie auch in Zukunft noch Kaffee anbauen und Einkommen erwirtschaften können.
Weitere aktuelle Herausforderungen sind die organisierte Kriminalität, die für Unsicherheit in der Region sorgt, steigende Produktions- und Exportkosten und neue EU-Richtlinien wie die EU-Bio- und EU-Entwaldungsverordnung. Ohne Unterstützung durch die Kooperative waren und sind Kleinproduzent:innen nicht in der Lage, ihre wertvollen Bio-Kaffeebohnen auf den europäischen Markt zu bringen.
Information aus erster Hand
Aus Anlass der Einführung des Kaffees FAIRIOSO besucht Leandro Efraín Ventura Morales von der Kleinbauerngenossenschaft ISMAM auf Einladung von EZA Fairer Handel und Fairtrade Österreich im September/Oktober 2024 Österreich. Er wird aus erster Hand über sein Leben und seine Arbeit berichten: „Mein Leben wurde von Anfang an vom Kaffee geprägt.“ Er ist Sohn eines Mitglieds von ISMAM und kennt den Kaffeeanbau aus eigener Erfahrung. Der Faire Handel bedeutete für ihn persönlich eine bessere Ausbildung, als sein Eltern je hatten. Leandro E. Ventura Morales hat Außenhandel studiert und ist heute Exportbeauftragter der Kooperative.
Zur Person
Leandro E. Ventura Morales ist 29 Jahre jung und arbeitet seit vier Jahren bei ISMAM mit Sitz in Huixtla, Chiapas, Mexiko. Er unterstützt seinen Vater nach wie vor im Kaffeeanbau und die Mitglieder ISMAMs bei der Vermarktung ihres Bio-Kaffees.
Weitere Informationen zu ISMAM, langjähriger Partnerorganisation von EZA Fairer Handel: www.eza.cc/ismam (Partnerbeschreibung zum Download - pdf)
Weitere Informationen zur Produzent:innen Tour in Österreich vom 21.09. bis 3.10.2024
RÜCKFRAGEHINWEIS:
EZA Fairer Handel GmbH
Birgit Calix, Partner Attending
Wenger Str. 5, 5203 Köstendorf
T: +43 (0)6216 20200-29
M: +43 (0)660 1636171
E: birgit.calix@eza.at
PRESSETEXTE ZUM DOWNLOAD:
Pressetext Fairer Handel wirkt (Word Dokument)
BILDMATERIAL ZUM DOWNLOAD:
Leandro Ventura Morales (ISMAM)
Kaffeekirschen in Körben (ISMAM)
Kaffeekirschen am Strauch (ISMAM)
Bildquellen
Hinweis: Abdruck der Bilder in Zusammenhang mit EZA Fairer Handel honorarfrei. Auf Anfrage stellen wir weiteres Bildmaterial zur Verfügung.



