Partnerbeschreibung
Silk Road Organik Foods
Bio-Rosinen aus Usbekistan
Die Landwirtschaft ist ein zentraler Wirtschaftszweig Usbekistans und sichert vielen Menschen im ländlichen Raum Einkommen und Beschäftigung. Besonders der Anbau von Obst ist für zahlreiche Kleinbauern und -bäuerinnen von Bedeutung. Usbekistan bietet günstige Bedingungen für den Obstanbau. Weintrauben werden auf über 130.000 Hektar kultiviert und in Form von Tafeltrauben, Rosinen, Säften und Wein vermarktet. Viele Kleinbauern und -bäuerinnen bauen sie auf kleinen Flächen an, meist in Familienbetrieben, und erzielen ihr Haupteinkommen durch den Verkauf auf lokalen Märkten oder an Zwischenhändler:innen. Doch die Produzent:innen stehen vor großen Herausforderungen wie Wasserknappheit, fehlenden Lagermöglichkeiten, begrenztem Zugang zu landwirtschaftlichem Know-how und technischen Hilfsmitteln. Gleichzeitig bieten Schulungen, die Organisation der Kleinproduzent:innen, die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte und die Exportförderung Chancen zur Einkommenssteigerung. Hier setzt die Zusammenarbeit zweier Kleinbauernkooperativen mit der Verarbeitungsanlage von Silk Road Organik Foods und die Vermarktung der Produkte über den Fairen Handel an. Das Ziel: Mit gezielter Unterstützung zur wirtschaftlichen Stabilität der Kleinbauernfamilien und Entwicklung des ländlichen Raums beizutragen.
Alles begann 2002 mit einer Idee – nämlich Bio-Produkte aus Usbekistan nach Europa zu bringen. 2003 wurde ein kleiner Betrieb in Samarkand in Südusbekistan ins Leben gerufen – Silk Road Organik Foods (SROF). Die ersten Produkte waren Nüsse und Beeren aus Wildsammlung. Im Laufe der Jahre entstand ein Vorzeigebetrieb mit modernen Trocknungs-, Frucht- und Nussverarbeitungsanlagen, der dank eigener Photovoltaikanlage tagsüber fast energieautark betrieben werden kann. Seit 2011 verarbeitet SROF - erstmals in Zentralasien - Fairtrade-Produkte. Das Produktportfolio wurde jährlich erweitert, und die Zahl der Bauernfamilien stieg. Während die Anfänge von SROF bereits über 20 Jahre zurückliegen, geht die Partnerschaft mit dem Fair-Handels-Unternehmen Pakka aus der Schweiz auf das Jahr 2023 zurück. Pakka unterstützt die usbekischen Kleinbauernorganisationen direkt, indem sie ihre Ernte vorfinanzieren und ihnen Zugang zum europäischen Markt eröffnen. Die EZA Fairer Handel bezieht die Rosinen von SROF über Pakka. (Quelle: www.pakka.ch/suedpartner-silk-road)
EZA-Partner seit 2025
„Unsere Mission ist es, benachteiligte Produzent:innen und Verbraucher:innen miteinander zu verbinden, faire Handelsbedingungen zu fördern, die Produzent:innen zu befähigen, ihre Position zu stärken und mehr Kontrolle über ihr Leben zu erlangen, damit sie einen fairen Preis für ihre Produkte und ihre Arbeit erhalten.“
Quelle: EFTA FT Compliance Form, Nov. 2024
Silk Road Organik Foods - SROF
...wurde 2003 als privates Unternehmen zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnissen (Gemüse, Obst, Kräuter und Nüsse) gegründet. Die Verarbeitungsanlage in Samarkand kauft bio & Fairtrade zertifizierter Produkte zweier Produzent:innengruppen aus der Region Samarkand auf und verarbeitet sie zu Trockenprodukten für den Export. Die Trocknung erfolgt mit Einsatz von Solarenergie. Die Rohstoffe stammen zu 100% aus organisch-biologischem Anbau. Neben Ankauf, Verarbeitung und Export landwirtschaftlicher Produkte unterstützt SROF die Produzent:innen beim Anbau und der Erlangung der Bio- (2017) und Fairtrade-Zertifizierung (2011). Damit gilt diese Kooperation als Pionier für Fairtrade-Produkte aus Zentralasien.
Zielsetzungen der Organisation:
- In kommerzieller Hinsicht geht es um die Verarbeitung und Vermarktung (= Export) von getrockneten Bio-Obst, Bio-Gemüse, Nüssen und Bio-Kräutern unter den Bedingungen des Fairen Handels.
- In sozialer Hinsicht um die Verbesserung der Lebensbedingungen der Produzent:innen und ihrer Familien.
Neben der Zusammenarbeit mit Kleinproduzent:innen beschäftigt SROF rund 60 Personen fix, darunter 50 Frauen. Die Frauen arbeiten in allen Bereichen des Unternehmens von der Produktion, über die Verwaltung, Marketing, technischen Beratung der Produzent:innen (5 von 6 der Berater:innen sind Frauen!) bis zum Management.
Die Produzent:innen
Bei den Produzent:innen handelt es sich um klein(st)e landwirtschaftliche Betriebe mit durchschnittlich einem Hektar Land pro Familie. Das Land, das sie bebauen, befindet sich in öffentlichem Besitz. Die Produzent:innen haben langfristige Pachtverträge (auf 99 Jahre) abgeschlossen. Sie können das Land für sich nützen, aber nicht veräußern. Auf den kleinen Parzellen gedeihen vor allem Gemüse, Obst und Kräuter für den Export (auf ca. 85% der Landfläche) und die eigene Versorgung. Selbst der Wein gedeiht an Spalieren in Mischanbau mit anderen Pflanzen wie Obstbäumen und Gemüse. Zusätzlich bessern die Produzent:innen ihr Einkommen mit dem Sammeln wilder Früchte, Beeren und Kräuter auf. Bio-Anbau und Ernte erfolgen durch die Produzent:innen, wobei sie sich während der Erntezeit gegenseitig unterstützen. Saisonarbeiter:innen kommen nicht zum Einsatz. Die Produzent:innen bauen eine Vielzahl von Produkten für den Export an und können ihre gesamte Ernte über SROF vermarkten. Sie gehören zwei Organisationen an: Der Kleinbauernorganisation Turob Bobo mit fast 300 Mitgliedern (davon 73 Frauen) in Juma Bozor in der Region Sumarkand nahe der tadschikischen Grenze - von ihnen stammen auch die Trauben - und der Oraganisation Dustkul Bogi mit 54 Mitgliedern (davon 13 Frauen) in Varganza in der Region Kitab.
Der Bio-Rosinen von SROF sind über EZA und WELTLÄDEN erhältlich.
Weitere Informationen: http://silkroadorganikfoods.com
Quellen: EIF Organizational Profile & Compliance Form, Nov. 2024; FLO-Cert Closing Report, Dez. 2021; Zusatzinfos von PAKKA / J. Bertagnoli, April 2025; http://silkroadorganikfoods.com; www.pakka.ch; (EZA/bc, Juli 2025)
Vorteile aus dem Fairen Handel
Die Produzent:innen von SROF profitieren durch:
- jährliche, schriftliche Verträge über die Abnahme ihrer Produkte
- zweijährige Sourcingpläne zur Planung der Produktion
- zinsfreie Vorauszahlungen auf die Ernte
- verlässliche Zahlung in zwei Raten (Vorauszahlung und Restzahlung bei Abgabe der Produkte)
- Zahlung eines Bio-Aufschlags von 15%
- Zugang zur Fairtrade-Prämie (gemeinschaftliche Entscheidung über die Verwendung der Prämien basierend auf einem 5-Jahres-Plan)
- technische Beratung bei Anbau und der Bio- und Fairtrade-Zertifizierung;
Die Angestellten von SROF profitieren durch:
- fixe und geregelte Anstellung
- gute Zahlung (niedrigster Lohn entspricht dem Doppelten des offiziellen Mindestlohns)
- bezahlten Urlaub
- Kranken- und Pensionsversicherung
- Zugang zu Krediten
- Trainingsangebote und Schulungen in den Bereichen Gender und Nicht-Diskriminierung, Hygienestandards in der Verarbeitung, Bio- & Fairtrade-Themen;



