UNICAFEC
Die Zukunft der Kinder im Blick
Die Bio-Arabica Bohnen der Fraueninitiative von UNICAFEC stecken im Kaffee ADELANTE. Die Initiative der peruanischen Kaffeebauernvereinigung sorgt dafür, dass die Arbeit der Bäuerinnen nicht nur sichtbar wird, sondern sich für diese auch bezahlt macht. Das kommt auch ihren Kindern zugute.
Nancy Julca Puelles lebt in Alto Tambillo, einer abgelegenen Ortschaft im peruanischen Distrikt San Ignacio. Mit ihrem Mann José bewohnt sie ein kleines, einfaches Lehmhaus. Ihre Kinder sind schon erwachsen. Alle drei um die zwanzig haben eine höhere Ausbildung in den Bereichen EDV, Verwaltung und Tourismus abgeschlossen. „Finanziert haben wir das aus dem Geld, das der Kaffee abwirft,“ sagt die 49-jährige Bäuerin. Nancy bewirtschaftet 3 Hektar Land. Neben Kaffee gedeihen darauf Bananen, Maracujas, Ananas, teilweise auch Gemüse wie Kartoffeln, Yuca und Malanga und ein wenig Kakao. Die Parzellen liegen auf 1450 Metern Seehöhe und sind etwa eine halbe Autostunde von Alto Tamillo entfernt. Das extrem steile Gelände ist schwer zu bewirtschaften. Seit ihr Mann sie aufgrund einer Krankheit kaum mehr unterstützen kann, bleibt umso mehr Arbeit an ihr hängen. Nancy hat auf ihrer Parzelle einen überdachten Komposthaufen, eine handbetriebene Schälmaschine für die Kaffeekirschen, ein Fermentationsbecken, einen Trockentunnel, in dem die Bohnen vor Regenfällen geschützt sind und eine kleine Hühnerzucht.
„Jetzt, wo meine Kinder groß sind und ihre Ausbildung abgeschlossen haben, möchte ich noch gerne einige Jahre weiter im Kaffee arbeiten“, sagt Nancy. „Ich möchte das Geld ansparen, und es dann in die Verbesserung meines Hauses stecken. Wir denken daran, ein paar zusätzliche Zimmer zu bauen. Die könnten wir an TouristInnen vermieten. Auch meine Kinder würden gerne ein Zimmer in unserem Haus haben.“
Ihren Kaffee kann die Bäuerin, die biologisch wirtschaftet, über die Kaffeebauernvereinigung UNICAFEC vermarkten – seit 2008 sogar als „Kaffee von Frauen.“ Der Kaffee kann zu den einzelnen Bäuerinnen und ihren Parzellen zurückverfolgt werden. Er wird getrennt vom Kaffee der übrigen Mitglieder gesammelt. Das interne Kontrollsystem der Organisation und die elektronische Erfassung aller Daten gibt hier Sicherheit. „UNICAFEC ist eine beeindruckende Organisation,“ erzählt EZA-Mitarbeiterin Birgit Calix nach ihrem letzten Besuch 2019. „Da gibt es ganz viel Erfahrung, aber auch sehr gut geschulte und vor allem motivierte junge Leute. Besonders aufgefallen ist mir der Umgang zwischen Männern und Frauen. Seitens der Männer gibt es sehr viel Anerkennung für die Frauen und die Arbeit, die sie leisten.“
Die Gründung einer eigenen Vermarktungsschiene für die Arabica Bohnen der Frauen von UNICAFEC – derzeit etwa 106 Mitglieder – geht auf das Jahr 2008 zurück. Die Initiative soll dazu beitragen, dass die Frauen noch stärker als bisher die Früchte ihrer eigenen Arbeit ernten können. Damit sind auch zusätzliche Prämien an die Fraueninitiative verbunden. „Wir sind alle im Besitz unserer Parzellen. Wir haben uns zusammengetan und organisiert, um unseren Kaffee zu besseren Bedingungen zu verkaufen und können so weitere Vorhaben realisieren,“ erklärt Flor del Carmen Medino García
Dass auch die EZA Fairer Handel die Bohnen der Frauen seit 2016 direkt importiert, wird von diesen sehr geschätzt. Denn die EZA-Prämien für die Fraueninitiative sind deutlich höher als Prämien anderer Händler. Während diese 2-5 US Dollar pro 45,5 kg bieten, bezahlt die EZA zusätzlich zu der im Fairtrade-System vorgesehenen Fairtrade- und Bio-Prämie weitere 25 US Dollar. Durch die zusätzlichen Prämien erhöht sich das Einkommen der Bäuerinnen. Ein Rotationsfonds wurde eingerichtet und erleichtert besonders benachteiligten Frauen den Zugang zu Kleinkrediten.
Auch Nancy hat aus dem Rotationsfond schon etwa Geld erhalten und es in ihren Trockentunnel und eine Gemüseanzucht gesteckt. Ihre Kollegin Modesta Chinguel Julca, 55 Jahre alt und Mutter von 10 Kindern, erwähnt den Holzsparofen in ihrer Küche, den sie mit dem Prämiengeld installieren konnte. Neben dem höheren Preis unterstreicht sie auch, dass UNICAFEC dafür sorge, dass sie sich weiterbilden könne. Dabei geht es nicht nur um Fragen der landwirtschaftlichen Praxis. Die Frauen setzen sich auch mit Geschlechterrollen und der Aufgabenverteilung zwischen Männern und Frauen auseinander. Für Modestas Tochter Gisela Cuello Chinguel, die ebenfalls Kaffee anbaut und 2 Hektar Land von ihren Eltern dafür bekommen hat, steht die Ausbildung ihrer beiden Kinder – 13 und 16 Jahre alt – ganz oben auf der Prioritätenliste. Die 36-jährige hat ebenfalls einen Kleinkredit aus dem Rotationsfonds erhalten, den sie für den Kauf von Schulutensilien verwendet hat.
„Meine Tochter hat sehr große Pläne,“ sagt Gisela. Sie möchte Psychologie studieren. Ich würde ihr diesen Wunsch gerne erfüllen!“
Die Frauen von UNICAFEC schätzen es, Teil einer größeren Organisation zu sein. Dadurch haben sie Zugang zu technischer Beratung und Schulungen, sei es im Bio-Landbau oder in Bezug auf die Sicherung einer hohen Bohnenqualität und werden bei der Weiterverarbeitung und dem Verkauf ihrer Ernte zu fairen Bedingungen unterstützt. „Unser Kaffee ist besser als der Kaffee der Männer. Wir bemühen uns mehr!“ ist Eugenia Ramírez überzeugt. „Wir strengen uns an, Qualität zu erzeugen. Dafür verdienen wir einen besseren Preis!“
Der Kaffee der Frauen von UNICAFEC steckt im Kaffee ADELANTE



