ProduzentInnen
ANAPQUI - Zusammenschluss von regionalen, Quinua produzierenden Genossenschaften
Die ProduzentInnen
Die in ANAPQUI organisierten KleinproduzentInnen leben im Südosten des bolivianischen Hochlandes (Altiplanos) auf einer Höhe von 3.800 m und darüber. ANAPQUI zählt heute 2000 Mitgliedsfamilien indigener Abstammung. Sie sprechen Aymara oder Quechua. Trotz der Kolonialisierung sind zahlreiche Elemente der andinen Kultur bis heute erhalten geblieben, so auch vorkoloniale Kooperationsformen wie z. B. Hilfe mit Rückerstattung in Arbeit (ayni) oder Waren (minka).
Eine durchschnittliche Mitgliedsfamilie von ANAPQUI verfügt über ca. 15 ha karges Land, doch nur ein Drittel der Fläche kann landwirtschaftlich genutzt werden. Neben Quinua werden darauf Kartoffeln und Bohnen für den Eigenbedarf angebaut. Der Rest liegt brach bzw. dient als Landreserve. Schafe und Lamas werden zur Woll- und Fleischproduktion gehalten. Der Mist der Lamas spielt einen wichtige Rolle als Dünger auf den Quinuafeldern.
Die Armut in den ländlichen Gebieten das Altiplano ist groß. Einkommensmöglichkeiten sind dünn gesät. Umso bedeutender ist der Quinuaanbau für die KleinproduzentInnen, um wirtschaftlich ein Auskommen zu finden. Darüberhinaus ist das wertvolle Korn ein wichgiger Bestandteil ihrer Ernährung.
ANAPQUI
Gegründet wurde Anapqui 1983 um die Abhängigkeit von den Zwischenhändlern zu beenden. Mit diesem Schritt sollte die Verarbeitung und Vermarktung von Quinua in die eigenen Hände genommen und die wirtschaftliche Situation der Quinua-ProduzentInnen verbessert werden. Die Kleinbäuerinnen und -bauern werden von der Organisation in vielfacher Hinsicht beraten und unterstützt, damit sie unter den extremen Bedingungen des bolivianischen Hochlandes ihre Landwirtschaft biologisch betreiben können. Mit folgenden Maßnahmen versucht man, die vielfachen Herausforderungen zu meistern.
- Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit u.a. durch die Verwendung des Lamamists als wertvolle Dünger
- Verbesserung der Anbau- und Erntetechniken
- Maßnahmen gegen die Erosion der Böden u.a durch die Errichtung von "lebenden Zäunen" gegen die Winderosion
- Pflege traditioneller Quinuasorten.
Durch die Genossenschaft profitieren die Kleinbauernfamilien u.a. durch:
- Zugang zu einem fairen Markt
- bessere Preise (und Prämien),
- kostenlosen Transport ihrer Quinuaernte zur Verarbeitungsanlage der Genossenschaft
- Vertretung ihrer Interessen (z.B. in Landnutzungsfragen) und
- Weiterbildung und Unterstützung bei der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Produktion.
Die Genossenschaft ist in der Lage, das geerntete Quinua selbst weiterzuverarbeiten. Die Belieferung des heimischen Marktes mit Quinua-Produkten hat dabei in den letzten Jahren einen immer größeren Stellenwert bekommen.
ANAPQUI ist Bio- und FAIRTRADE zertifiziert.



