Eine Zukunft mit Perspektiven
Fairer Handel schafft Chancen
EZA Produzententour 2026
Als Sohn der Mitbegründerin kam unser diesjähriger Gast der EZA Produzententour, Indro Dasgupta, schon früh mit dem Fairen Handel in Berührung. (Sept. 2026)
Seit 2017 ist er Direktor des CRC. Als Student und später als Doktorand der Wirtschaftswissenschaften beschäftigte er sich intensiv mit der Frage, ob der globale Handel den Produzent:innen tatsächlich zugutekommt.
Nach seiner Dissertation entschied er sich gegen eine Karriere in den USA und für die Rückkehr nach Indien, um sich dort dem Fairen Handel zu widmen.
Bei der Gründung des Craft Resource Centers (CRC) in Kolkata im Jahr 1990 ging es darum, benachteiligten Handwerker verlässliche Einkommensmöglichkeiten zu schaffen.
Ein stabiles Einkommen schafft die Grundlage für wirtschaftliche Sicherheit, persönliche Entwicklung und ein selbstbestimmtes Leben.
„Meine Eltern lehrten mich, dass nicht jeder die gleichen Chancen hat.“
Schon früh erfuhr Indro aufgrund seiner Herkunft und des Engagements seiner Eltern, was es heißt, in Indien als unterprivilegierter Mensch (über)leben zu müssen. Armut, Not und große Ungleichheit prägen das Leben vieler Menschen. Millionen haben keinen Zugang zu Möglichkeiten, die andere für selbstverständlich halten. Der Faire Handel kann hier neue Perspektiven eröffnen, Wirksamkeit entfalten und Leben verändern.
Mit profunder Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge und großem persönlichen Engagement war sein weiterer Weg vorgezeichnet. Seit knapp zehn Jahren leitet Indro Dasgupta die Geschicke der indischen Fair-Handelsorganisation CRC – Craft Ressource Center in Kolkata/Indien. Nach wie vor unterrichtet er als Wirtschaftswissenschafter an der Southern Methodist University in Dallas, Texas. Zudem bringt er seine Expertise immer wieder in die World Fair Trade Organization – WFTO (www.wfto.com) und in die Weiterentwicklung des Fairen Handels ein. Von 2019–2024 war Indro Vorstandsmitglied der WFTO.
Sein Engagement für die Sache und die Menschen dahinter begründet Indro Dasgupta wie folgt: „Ich hatte das Gefühl, dass meine Arbeit meinem eigenen Leben einen tieferen Sinn geben würde, wenn sie den Menschen zu mehr Sicherheit, Unabhängigkeit und Hoffnung für die Zukunft verhelfen könnte.“
Fairer Handel wirkt – das Beispiel CRC
„Ich bin fest davon überzeugt, dass extreme Einkommensungleichheit und wirtschaftliche Unsicherheit zu den wichtigsten Ursachen für die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Probleme gehören, die wir heute in der Welt beobachten. Wenn Menschen Chancen verwehrt werden, reichen die Folgen weit über materielle Armut hinaus. Sie können zu Ausgrenzung, Ausbeutung, sozialen Unruhen und Konflikten beitragen und dazu führen, dass Familien über Generationen hinweg in Armut und Unsicherheit gefangen bleiben.“
Diesen Teufelskreis zu durchbrechen ist das Ziel von CRC. Ein regelmäßiges Einkommen löst nicht jedes Problem, bildet aber die Grundlage, auf der viele Probleme erst angegangen werden können. Es ermöglicht den Menschen, für die Zukunft zu planen und ihre Kinder auszubilden. Sie können Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen, sich ein Zuhause aufbauen und mit mehr Selbstvertrauen und Unabhängigkeit am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Auch ihre Möglichkeiten, produktiv zu sein, wachsen.
Fairer Handel, so Indro Dasgupta, kann Ungleichheit nicht von selbst beseitigen. Er ist aber ein wirkungsvoller Weg, um deren Auswirkungen anzugehen. Er schafft Möglichkeiten für Produzent:innen, sich eine Lebensgrundlage aufzubauen und mehr Kontrolle über ihre eigene Zukunft zu erlangen. Im Fall von CRC profitieren aktuell rund 3.500 Produzent:innen von den vielfältigen Unterstützungsleistungen. Diese reichen von der Produkt- und Designentwicklung über die Materialbeschaffung und angepasste Technologien bis hin zu verbesserten Produktionsstandards und der Vermarktung der Produkte über den Fairen Handel.
Viele der Produzent:innen konnten sich im Laufe der Jahrzehnte verselbständigen. Für CRC ist jede Produktionseinheit, die sich selbst und unabhängig von CRC auf dem Markt behaupten kann, eine Erfolgsgeschichte.
CRC und EZA Fairer Handel – Partner:innen seit 35 Jahren
Der faire und partnerschaftliche Handel mit der EZA Fairer Handel ist von großer Bedeutung. EZA bezieht die Produkte von CRC direkt. Dazu zählen vor allem Lederartikel, Textilprodukte und Taschen aller Art. Auch die langfristige Zusammenarbeit und die Zahlung fairer Preise sind wichtige Bestandteile dieser Partnerschaft.
Die EZA bezieht die Produkte von CRC bereits seit den Anfängen. Gemeinsam mit anderen Fair-Handels-Organisationen hat sie damit die Voraussetzungen geschaffen, die CRC zu einem Modellunternehmen des Fairen Handels werden ließen.
Die EZA mit Sitz in Köstendorf im Salzburger Flachgau feierte 2025 ihr 50-jähriges Bestehen. Auch nach fünf Jahrzehnten ist es das Ziel der EZA, eine verlässliche Partnerin für ihre Produzent:innen zu sein.
Michael Scherndl, Geschäftsführer der EZA, beschreibt seine Vision des Fairen Handels wie folgt: „Fairer Handel sollte in einer modernen Gesellschaft die Norm und nicht die Ausnahme sein. Nur durch eine gemeinschaftliche und faire Zusammenarbeit mit Produzentinnen und Produzenten weltweit können langfristige und verlässliche Partnerschaften entstehen, die uns mit Produkten besonderer Qualität versorgen und wirtschaftliche Perspektiven und Anerkennung der Produzent:innen fördern.“
Welchen Einfluss haben die aktuellen Herausforderungen auf die Zukunft?
Information und Austausch aus erster Hand
Anlässlich unserer langjährigen Zusammenarbeit mit CRC ist unser Gast Indro Dasgupta im September 2026 auf Einladung der EZA Fairer Handel in Österreich. In Kooperation mit ausgewählten Weltläden tourt er vom 21. bis 28. September durch Österreich.
Dabei berichtet er aus erster Hand über die Arbeit von CRC, Erfolge und aktuelle Herausforderungen. Dazu zählen hohe Rohstoffpreise, logistische Probleme in Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Lebensrealität und Produktionsbedingungen der Produzent:innen, neue EU-Handelsregulierungen, die Herausforderungen des Marktes sowie die Konkurrenz durch „ethische Vermarkter“.
Wir laden Sie ein zu einem Austausch mit Dr. Indro Dasgupta – Direktor von CRC
Termine (Änderungen vorbehalten):
- 21.09.2026: 19:00 Uhr, Waidhofen (Volksheim, Hoher Markt 15)
- 22.09.2026: 19:00 Uhr, Vorchdorf (Pfarrsaal, Schlossplatz)
- 23.09.2026: 19:00 Uhr, Salzburg (Akzente Salzburg, Glockengasse 4c)
- 25.09.2026: 19:00 Uhr, Dornbirn (Festsaal Bundesgymnasium, Realschulstraße 3)
- 26.09.2026: 17:00 Uhr, Schärding (Weltladen, Ludwig-Pfliegl Gasse 17)
- 28.09.2026: 19:00 Uhr, Wien (Florianisaal, Wiedner Hptstr. 97)
Weitere Informationen:



