Chako
Mach’s zu Deinem!
CHAKO bedeutet „Deines“ auf Swahili. Das sozial engagierte Unternehmen zeigt, wie aus Abfall nicht nur originelle Produkte entstehen, sondern auch bessere Perspektiven für die, die sie herstellen.
„Alles begann vor etwa drei Jahren,” erzählt die 34-jährige Zuwena Said Seif. „Im Rahmen eines Berufstrainings habe ich die Werkstatt von Chako kennengelernt. Ich war gleich beeindruckt.“
Das Kleinunternehmen auf der Insel Sansibar hat sich eines Problems angenommen, vor dem viele Tourismus Hotspots heute stehen: Die Reisenden bringen nicht nur Devisen, sie hinterlassen auch immer mehr Müll.
Upcycling at it‘s best – das ist die kreative Antwort darauf.
Aus alten Flaschen entstehen originelle Schalen, Aufbewahrungsgläser, Lampen und Windlichter. An die 40 Menschen kommen so zu Arbeit und Einkommen – mehr als die Hälfte von ihnen Frauen.
„Nach dem Trainingstag war für mich klar: Ich wollte nicht mehr länger als Straßenhändlerin arbeiten.
Denn das ist keine einfache Situation für eine Frau.“
(Zuwena, Chako)
Zuwena fragte bei Chako nach Arbeit – und wurde aufgenommen. „Derzeit bin ich auf Mutterschaftsurlaub,“ erzählt sie. „Doch bald geht es wieder los, darauf freu ich mich.“ Fünf Kinder zwischen 18 Jahren und 3 Monaten hat die noch junge Frau. „Mein Einkommen hilft mir bei den Schulgebühren, der Miete für das Haus, ich kann Essen einkaufen, meine Eltern unterstützen.“ Die Arbeitsbedingungen in der Werkstatt sind gut, die Bezahlung auf Stücklohnbasis wird mit den Beschäftigten gemeinsam festgelegt und regelmäßig aktualisiert.
„Ich verdiene mein eigenes Geld. Und ich habe viel gelernt bei Chako.
Dadurch fühle ich mich stärker”
(Hidaya, Chako)
Das schätzt auch Hidaya Ramadhan Hamisi. „Früher war ich Hausfrau,“ erzählt die Mutter dreier Kinder. „Immer war ich abhängig vom Einkommen meines Mannes, doch das hat nie gereicht.“ Seit sie bei Chako arbeitet, sei das Leben für sie einfacher geworden. „Wir konnten sogar unsere Kinder auf eine bessere Schule geben.“ Doch das ist nicht alles:
Die vergangenen Monate der Pandemie haben auch Chako zugesetzt. Der völlige Einbruch des Tourismus und damit des heimischen Marktes, Rückgänge bei Aufträgen von ExportkundInnen und die Einschränkungen in der Produktion führten zu großen finanziellen Belastungen. Lohnausfälle wurden durch den Soforthilfefonds der ARGE Weltläden abgefedert.
Bei Chako blickt man dennoch mit vorsichtiger Zuversicht in die Zukunft. Durch externe Gelder konnte ein größeres Produktionszentrum errichtet werden. Die EZA Fairer Handel unterstützte mit einem Kleinkredit die Anschaffung eines Busses, der die HandwerkerInnen zukünftig zur Arbeit bringt und als Transportbus für das Rohmaterial genutzt wird. Ausschlaggebend wird sein, ob sich die Auftragslage mittelfristig stabilisieren kann. Davon hängt auch die Zukunft der dort Beschäftigten ab. „Chako ist ein bisschen mein zweites Zuhause geworden,“ sagt Zumena. Sie und ihre KollegInnen vertrauen darauf, dass ihre kreativen Produkte noch mehr Menschen begeistern.
Chako ist geprüftes Mitglied der WFTO-World Fair Trade Organisation und orientiert sich an den 10 Prinzipien des Fairen Handels – genauso wie die Importorganisation EZA Fairer Handel und die Weltläden.
Hier geht's zu den originellen Upcycling-Produkten von CHAKO



