Tanu Dey
Tanu Dey leitet Dhaka Handicrafts in Bangladesh, eine Organisation, die v.a. mit Handwerkerinnen auf dem Land arbeitet.
„In den Dörfern war es vor 20, 25 Jahren Frauen nicht erlaubt, das Haus zu verlassen. Wir haben uns also sehr genau überlegt, wie wir in diesem Umfeld arbeiten können. Wir haben zunächst begonnen, Heimarbeit anzubieten, damit die Frauen im Haus bleiben könnten. Anfangs war es von den Männern nicht gern gesehen, dass wir gekommen sind. Als sie gesehen haben, dass wir den Frauen Arbeit bringen und sie dafür bezahlen, haben wir allmählich auch Zutritt zu ihren Häusern bekommen. Wir haben Gruppen gebildet, die Frauen haben uns vertraut, wir haben ihnen Arbeit und Designs mitgebracht und Trainings, etwa zur Ausbildung von Gruppenleiterinnen, abgehalten.
In den letzten 25 Jahren hat sich viel verändert. Heute haben wir kleine Büros in den Dörfern, die Frauen kommen dorthin und sogar die Männer, die bei uns arbeiten, dürfen nun das Haus der Produzentinnen betreten. Für mich war es eine sehr wichtige Erfahrung zu sehen, dass wir Frauen dadurch stärken, dass wir ihnen Zugang zu bezahlter Arbeit verschaffen. Das stärkt ihre Rechte. Früher konnten sie nur davon träumen, Entscheidungen in der Familie zu treffen, heute entscheiden sie, dass ihre Töchter die Schule besuchen sollen. In unseren jährlichen Generalversammlungen hat eine der Frauen zu mir gesagt: „Dhaka Handicrafts hätte schon vor 50 Jahren in unser Dorf kommen sollen, als ich noch ein Kind war. Hätte meine Mutter diese Möglichkeiten gehabt, die ich durch Dhaka bekommen habe, dann wäre es meiner Familie wirtschaftlich besser gegangen, ich hätte die Schule besucht und wäre heute keine Analphabetin. Nun gebe ich diese Chance meinen Kindern, damit sie eine Ausbildung und etwas aus ihrem Leben machen können.“



