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Private EZA in Österreich Einführung
Die private Entwicklungszusammenarbeit in Österreich zeichnet sich durch strukturelle Vielfalt aus. Eine wichtige Rolle innerhalb der privaten EZA-Szene spielen Organisationen, die aus dem internationalen Engagement der katholischen Kirche entstanden sind. Daneben gibt es eine große Anzahl konfessionell und politisch unabhängiger Einrichtungen, Hilfswerke, Vereine, international tätiger Organisationen, lokale Selbstbesteuerungsgruppen und Initiativen. Die Zahl entwicklungspolitisch tätiger Organisationen bewegt sich zwischen 600 und 700. Einen Überblick über private EZA-Einrichtungen bietet die Institutionendatenbank
Viele der privaten Einrichtungen wurden in den 60er Jahren gegründet. Kleinere Vereine und Solidaritätsgruppen bildeten gemeinsam mit kirchlichen und kirchennahen Einrichtungen ein tragfähiges Fundament für entwicklungspolitisches Engagement, wobei v.a. StudentInnen, engagierte ChristInnen und international ausgerichtete SozialdemokratInnen den zivilgesellschaftlichen Rückhalt der „Entwicklungshilfe" bildeten.
In der zweiten Hälfte der 80er Jahre haben einige große internationale Hilfswerke österreichische nationale Vereine oder Niederlassungen gegründet und zu Beginn der 90er Jahre wurden verschiedene neue Vereine und Einrichtungen (KFS; ÖNSI, KOMMENT) gegründet, um auch als Durchführungsorganisationen für öffentliche Projekte zur Verfügung zu stehen. Weiters haben bestehende österreichische Hilfswerke, die bis dahin fast ausschließlich in der humanitären Inlandsarbeit tätig waren, ihre Auslandsarbeit, insbesondere in der Katastrophenhilfe, verstärkt.
Im Jahr 1988 wurde die gemeinsame Dachorganisation AGEZ- Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit von entwicklungspolitischen NROs gegründet, um gegenüber der Öffentlichkeit und der Regierung die Anliegen der Entwicklungszusammenarbeit besser vertreten zu können. Die Österreichische EU-Plattform entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen wurde 1995 gegründet, um im Rahmen von Concord die Interessen der europäischen entwicklungspolitischen NROs gegenüber der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat zu vertreten. Derzeit gibt es Überlegungen die Aktivitäten der AGEZ und der EU-Plattform in einem gemeinsamen neuen Dachverband zu organisieren.
Während viele Basisbewegungen, Solidaritäts- und Aktionsgruppen in den 90er Jahren ihre Tätigkeit wieder einstellten, brachte v.a. der EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 für die projektdurchführenden Organisationen eine Internationalisierung, wie auch die Forderung nach Professionalisierung ihrer Arbeit um im europäischen und internationalen Wettbewerb des Entwicklungsbusiness teilnehmen zu können. Diese Entwicklung manifestierte sich z.B. auch im Zusammenschluss der katholischen Organisationen IIZ, ÖED und KFS zuHorizont3000 zu Beginn des Jahres 2001. Da in Österreich bis Ende 2003 keine staatliche Durchführungsorganisation tätig war, kam den NGOs auch stets eine wichtige Rolle als Durchführungsorganisationen öffentlicher EZA zu. Seit dem 1. Jänner 2004 besteht mit der Austrian Development Agency - ADA ein neuer Kooperationspartner der OEZA für die private EZA, der eine eigene Abteilung für die NRO-Kooperation eingerichtet hat und verschiedene Finanzierungsinstrumente für NROs sowie eine Ergänzungsfinanzierung für Kooperationen mit der EU anbietet. Im Frühjahr 2007 hat die ADA Leitlinien für die Kooperation mit NROs veröffentlicht.
Die Leistungen privater Organisationen betrugen im Jahr 2004 rund 81 Mio €, im Jahr 2005 konnten private Einrichtungen aufgrund der Tsunmami Katastrophe rund 112 Mio € an Eigenmittel aufbringen. Eine Darstellung und Analyse der Zuschüsse der privaten Organisationen in Österreich wird jährlich in der ÖFSE-Publikation Österreichische Entwicklungspolitik angeboten.
Anfrageservice & Document Delivery
www.eza.at
updated 25.07.2007/ mob
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