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Internationale Entwicklungspolitik und -zusammenarbeitPRSP
"Poverty Reduction Strategy Papers" (PRSPs), also Strategiepapiere zur Armutsminderung bilden seit 1999 eine wesentliche Grundlage für Schuldenerleichterungen sowie für vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank vergebene Kredite für Länder mit niedrigem Einkommen (sog. Low Income Countries).
Vorgestellt wurde der PRSP-Ansatz auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank im September 1999. Im Rahmen dieses Ansatzes sollen die jeweiligen Entwicklungsländer umfassende Armutsbekämpfungsstrategien in Eigenverantwortung und unter Miteinbeziehung der Zivilgesellschaft formulieren. Die stellte insofern eine Neuerung dar, als bis zu diesem Zeitpunkt die Reformprogramme von den Internationalen Finanzinstitutionen formuliert wurden und eine Beteiligung der Zivilgesellschaft nicht vorgesehen war.
Der PRSP-Ansatz basiert auf 5 Kernprinzipien:
1. Die PRSP sollen von den Regierungen der betroffenen Länder in Eigenverantwortung (Ownership) unter umfassender Beteiligung der Zivilgesellschaft und der Betroffenen (Partizipation) erarbeitet werden.
2. Die PRSP sollen ergebnisorientiert sein und sich auf die Maßnahmen konzentrieren, die den Armen zu Gute kommen.
3. Die PRSP sollen umfassend sein und damit der multidimensionalen Natur von Armut Rechnung tragen, d.h. sowohl soziale als auch makroökonomische, strukturelle und sektorale Politikmaßnahmen umfassen.
4. Die PRSP sollen auf Zusammenarbeit ausgelegt sein, so dass sowohl bi- und multilaterale Geber als auch NROs an dem Prozess beteiligt und eingebunden werden können.
5. Die PRSP sollen auf einer langfristigen Perspektive der Armutsreduzierung basieren.
Bisherige Erfahrungen zeigen, dass die PRSP-Initiative wesentlich dazu beigetragen hat das Thema Armutsminderung von internationalen Deklarationen (UN 1995, OECD 1996, UN 2000 etc.) in politische Strategien münden zu lassen, denen sowohl bilaterale und multilaterale Geber als auch Regierungen in Entwicklungsländern verpflichtet sind. Bzgl. Umsetzung der Strategien ergeben sich jedoch wesentliche Herausforderungen wie z.B. bzgl. Partizipation oder Eigenverantwortung/Geberanpassung (genaueres siehe Küblböck 2006)
Die bereits erarbeiteten Strategiepapiere finden sich auf der Homepage der Weltbank.
Der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (Venro) hat in Zusammenarbeit mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) das Internetportal www.prsp-watch.de erstellt, wo auch Länderprofile zum download bereitgestellt werden. Auch das Internationale NGO-Netzwerk Eurodad stellt auf seiner Homepage zahlreiche Informationen zum Thema zur Verfügung.
Die ÖFSE hat im Rahmen ihres Schwerpunktes Armutsbekämpfung eine Analyse über die inhaltliche Qualität von bisherigen PRSPs sowie über die Qualität des Prozesses zur Erstellung dieser Armutsbekämpfungsstrategien erstellt. Diese Analyse ist als pdf auf der ÖFSE Homepage abrufbar.
weitere PRSP-Informationen der ÖFSE...
2005 fand eine umfassende Evaluierung statt
die ÖFSE erstellte dazu ein factsheet
PRSP - Schwerpunkt der Publikation Armutsbekämpfung
Weltbank-Seite zum Thema
Briefing von Christian Aid
Anfrageservice & Document Delivery
www.eza.at
updated 25.01.2008/kkü
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